Physiotherapeutische Behandlungstechniken

Wissenswertes über physiotherapeutische Behandlungstechniken – in alphabetischer Reihenfolge. Methoden, die mit Stern (*) gekennzeichnet sind, sind keine Kassenleistungen.

Elektrotherapie, Ultraschall

Die Elektrotherapie ist eine sanfte Therapie. Muskelkontraktionen werden dabei gezielt herbeigeführt, indem Strom durch Elektroden, die auf die Haut geklebt werden, durch den Körper geleitet wird. Der Reiz selbst ist dabei nicht schmerzhaft - man spürt vielleicht ein leichtes Kribbeln auf der Haut. Die Elektrotherapie, auch Reizstromtherapie genannt, dient zur Behandlung von Schmerzen, Missempfindungen sowie zur Kräftigung schwacher Muskulatur. Auch die Ultraschallanwendung zählt im weitesten Sinn zur Elektrotherapie: Strom, umgewandelt in hochfrequente mechanische Schwingungen, die der Patient nicht spürt, wird über einen Schallkopf mit einem Kontaktgel auf die erkrankte Region aufgetragen und dabei kreisend bewegt. Eine verbesserte Durchblutung, Schmerzlinderung und ein gesteigerter Stoffwechsel sind die Wirkungen von Ultraschall.

KGG – Gerätgestützte Krankengymnastik
bzw. Medizinische Trainingstherapie

Die Medizinische Trainingstherapie ist ein gezieltes Training an speziell für den medizinischen Bereich zugelassenen Trainingsgeräten zur Stabilisation, Kräftigung und Konditionierung, welche z.B. nach Operationen, Unfällen oder auch bei chronischen Erkrankungen angewandt wird.

Kiefergelenksbehandlung –
Cranio-Mandibuläre-Dysfunktion (CMD)

Bei der Kiefergelenksbehandlung handelt es sich um ein Spezialgebiet der Manuellen Therapie. Inhalt dieser Spezialisierung in der Physiotherapie ist die Befundung und Behandlung von funktionell bedingten Symptomen bei Kiefergelenksbeschwerden neben oder ergänzend zur zahnärztlicher Diagnostik und/ oder Schienentherapie.

Folgende Symptome können bei einer CMD (Cranio Mandibuläre Dysfunktion) auftreten:

  • Kopfschmerzen, Gesichtsschmerzen, Mundöffnungs-, Schließungsstörungen
  • Gelenkgeräusche wie z. B. Knacken, Reiben
  • Arthritis, Arthrose
  • Tinnitus, Schwindel
  • Atypische Zahn- oder Ohrenschmerzen
  • Seh- oder Sprachstörungen

Kinesiotape/Schmerztape*

Das Kinesiotaping ist eine aus Japan stammende Therapieform. Das Tape selbst besteht zu 100% aus Baumwolle und die Klebefläche aus Acryl, wodurch Nebenwirkungen nahezu ausgeschlossen sind. Diese Therapieform wird vor allem bei Rückenschmerzen, Gelenk- und Arthroseschmerzen, Kopf- und Muskelbeschwerden, Nervenverletzungen und vielem mehr angewendet. Das Tape wird mittels einer speziellen Technik auf den Körper aufgeklebt und findet seine Verwendung überwiegend im Alltag, aber auch im Sport.

Kopfschmerz-Migränebehandlung*

Bei der Migränebehandlung finden vorrangig Elemente aus der TCM, der traditionellen chinesischen Medizin, (z.B. Tuina-Therapie, Akupressur …) Anwendung. Aber auch einfließende Elemente der manuellen Extension oder der Lymphdrainage tragen zur Erleichterung bei. Im Rahmen der traditionellen chinesischen Medizin setzt sich der Therapeut mit dem Patienten und der Ursache der Krankheit auseinander und versucht das zugrunde liegende Problem zu korrigieren, anstatt nur die Symptome zu bekämpfen.

Krankengymnastik

Krankengymnastische Behandlungen werden zur Mobilisation, Dehnung, Entspannung und zur Steigerung von Muskelkraft, Ausdauer und Schnellkraft eingesetzt. Sie können aber auch zur Gang- und Gleichgewichtsschulung oder der Koordinierung von Atmung und Bewegung dienen.

Krankengymnastik auf neurophysiologischer Grundlage nach Bobath

Das Bobathkonzept wurde von dem Ehepaar Berta und Dr. Karel Bobath zur Behandlung zerebraler Bewegungsstörungen entwickelt. Es wurde ursprünglich zur Therapie bei zerebral-paretischen Kindern (Kinder mit Störungen des Nerven- und Muskelsystem im Bereich von Tonus (Spannungszustand), Stärke, Koordination und Bewegungsabläufen) entwickelt. Ausgangspunkt war die Feststellung, dass passive Kopfbewegungen einen Einfluss auf Haltungs- und Stellreflexe von Rumpf und Extremitäten haben. Vermittelt über Rezeptoren in den Gleichgewichtsorganen und in der Halsmuskulatur, lassen sich Tonusverschiebungen von einzelnen Muskelgruppen in andere erzielen und Gleichgewichts- und Komplexbewegungen auslösen. Heute wird die Therapie auch bei Erwachsenen eingesetzt und ist unverzichtbar in der Behandlung erworbener Schäden des Zentralnervensystems (z.B. nach Schlaganfall).

Krankengymnastik auf neurophysiologischer Grundlage nach PNF

Bei der Krankengymnastik nach PNF (Propriozeptive neuromuskuläre Faszilitation) handelt es sich um eine erweiterte Übungstechnik der Komplexbewegungen. Sie dient der Koordinierung physiologischer Bewegungsabläufe, dem Abbau pathologischer Bewegungsmuster, der Normalisierung des Muskeltonus, der Muskelkräftigung und Dehnung, der Durchblutungsförderung, der Schmerzlinderung sowie der Vergrößerung des Bewegungsraumes.

Krankengymnastik auf neurophysiologischer Grundlage nach Vojta

Das Prinzip der Reflexlokomotion sowie die Vojta-Diagnostik und -Therapie, gehen auf Prof. Dr. Václav Vojta zurück.

Mit der Vojta-Therapie soll durch das Auslösen von Bewegungsreflexen, unter Beachtung von vorgegebenen Ausgangsstellungen und Reizpunkten, Menschen geholfen werden, die motorische Störungen haben.

Das Lebensalter der Menschen, denen die Therapie hilfreich sein kann, sowie der Bewusstseinszustand und das Entwicklungsalter sind für den Einsatz dieser Therapieform irrelevant. Aus diesem Grund kann die Behandlung bereits bei Säuglingen durchgeführt werden, die aufgrund der Entwicklung ansonsten keine Bewegungen auf Anweisung durchführen würden.

Durch eine Summation von Reizen werden Reflexmuster ausgelöst, wie sie in der üblichen physiologischen motorischen Entwicklung von selbst auftreten würden.

Krankengymnastik im Bewegungsbad

Unter Abnahme von Schwere erfolgen krankengymnastische Übungen im Bewegungsbad. Die entspannende Wirkung des warmen Wassers wirkt bei dieser Therapie positiv. Auftrieb und Widerstand des Wassers können gezielt eingesetzt werden, um Schmerzen zu lindern bzw. Muskulatur zu kräftigen.

Kryo-/Wärmeanwendungen

Kryotherapie bzw. Eistherapie ist der gezielte Einsatz von Kältereizen, die zur Schmerzlinderung, Reduzierung von Schwellungen aber auch der Verbesserung der lokalen Durchblutung individuell eingesetzt werden. Medizinische Wärmetherapie wird lokal eingesetzt bei Erkrankungen des Bewegungsapparates, insbesondere bei Nackenschmerzen, chronischen Kreuzschmerzen und Gelenkbeschwerden, in der Sportmedizin zum Beispiel bei Überlastungsschäden wie Muskelzerrungen und Gelenkdistorsionen. Der Wärme werden in der Medizin vor allem folgende Wirkungen zugesprochen: Muskelentspannung, Verbesserung der Durchblutung, Verminderung der Viskosität der Gelenkflüssigkeit, Verbesserung der Dehnbarkeit des kollagenen Bindegewebes und Schmerzlinderung.

Manuelle Lymphdrainage

Durch schonende manuelle Gewebsverformung, überwiegend an der Körperoberfläche, wird bei der Manuellen Lymphdrainage der Abtransport von Gewebsflüssigkeit gefördert. Die Griffe orientieren sich am Verlauf der Lymphgefäße in Abflussrichtung. Der Einsatz dieser speziellen Massage kann helfen, Lymphstauungen abzubauen, die z.B. nach Operationen entstanden sind oder aber auch aufgrund von Bewegungsmangel und Stress erscheinen.

Manuelle Therapie

Unter dem Begriff Manuelle Therapie sind alle therapeutischen Methoden zusammengefasst, die ausschließlich mit den Händen ausgeübt werden (lat. manus = Hand). Dabei ist die Manuelle Therapie eine besonders schonende Technik zur Mobilisation der Gelenke mit dem Ziel des Auffindens und Behandelns von Dysfunktionen (Schmerz, Hypo-, Hypermobilität und Weichteilaffektionen) am Bewegungsapparat.

Marnitztherapie

Die Schlüsselzonenmassage (oder Manuelle Therapie nach Dr. Marnitz, bzw. Marnitz-Therapie) ist eine Behandlungsmethode, die von Dr. Harry Marnitz als ganzheitliches Behandlungskonzept entwickelt wurde. Als Schlüsselzonen werden die Bereiche des menschlichen Körpers verstanden, die über Reflexbögen eine Verbindung zueinander haben. Durch diese nervale Verbindung können Symptome einer Erkrankung oder Verletzung an der entsprechenden Gegenzone „sichtbar“ (z. B. durch Rötung oder Schmerz) werden. Damit eine möglichst starke Wirkung beim Patienten eintreten kann, hat Marnitz eine Tiefenmassage, die gezielt auf z. B. Muskeln oder Bänder angewendet wird, mit manualtherapeutischen Maßnahmen kombiniert. Dadurch wird eine direkte, also im Bereich der Massage, und eine reflektorische Wirkung erreicht. Die Hauptindikationen für die Therapie nach Marnitz sind Immobilisationen und Schmerzen bei chronischen und akuten Gelenkserkrankungen. Da die Therapie nur sehr gezielt und nicht großflächig angewendet wird, können auch Patienten mit Ödemen/Mamma CA behandelt werden.

Massagen

Die Massage (aus dem französischen „massieren“, aus dem arabischen „berühren; betasten“ oder aus dem griechischen „kauen; kneten“) dient der mechanischen Beeinflussung von Haut, Bindegewebe und Muskulatur durch Dehnungs-, Zug- und Druckreiz. Die Wirkung der Massage erstreckt sich dabei von der behandelten Stelle des Körpers über den gesamten Organismus und schließt auch die Seele mit ein. Welche Massage ist wann geeignet?

  • Klassische Massage bei Beschwerden der Muskeln, Sehnen und Bänder sowie zur Entspannung
  • Lymphdrainage bei Lymphstauungen (Ergüsse, Schwellungen)
  • Reflexzonenmassagen bei Störungen der inneren Organe
  • Bindegewebsmassagen bei Schmerzzuständen
  • Periostmassagen bei Arthrosen, Ohrgeräusche
  • Colon-Massagen bei Verstopfung, Blähungen, Reizdarm
  • Akkupressur bei Alltagsbeschwerden wie Kopfschmerzen, müde Augen, Abgespanntheit
  • Babymassagen zur Förderung der motorischen Entwicklung des Kindes

Osteopathie*

(nach Verordnung des Arztes/Heilpraktikers) Die Osteopathie ist eine ganzheitliche, gesundheitsfördernde Therapie, bei der nach der primären Ursache der Beschwerden gesucht wird. Ein Grundgedanke der Osteopathie, von ihrem Begründer, dem amerikanischen Arzt Dr. Andrew Taylor Still entwickelt, besagt, dass jede Krankheit, jedes Leiden, sei es körperlichen oder seelischen Ursprungs, mit einer Bewegungseinschränkung eines oder mehrerer Gewebe einhergeht. Das Ziel der osteopathischen Behandlung ist es, die ursächliche Dysfunktion im Körper zu finden und zu behandeln, um den Körper wieder an seine Selbstheilungskräfte anzuschließen. Zurück zum inneren Gleichgewicht - auf diesem Wege will der Osteopath den Körper begleiten. Für die osteopathische Heilmethode sind umfassende Kenntnisse sowohl der Anatomie als auch der Physiologie und gute palpatorische Fähigkeiten Voraussetzung.

Schlingentischbehandlungen

Durch die Abnahme des Eigengewichtes und des Reibungswiderstandes können Muskelgruppen mit deutlichen Schwächen endgradige Bewegungen ausführen. Dabei können selektive Bewegungen geübt und Ausweichbewegungen verhindert werden. Zusätzliche Therapieformen wie z. B. Traktionen, Massagen oder Wärmeanwendungen lassen sich dabei gut miteinander kombinieren. Je nach Lage der Aufhängepunkte können Bewegungen erleichtert oder erschwert werden, Zug und Druck auf ein Gelenk ausgeübt, Muskeln gedehnt oder gekräftigt werden.

Mit geringem Kraftaufwand lassen sich komplexe Bewegungsabläufe koordinieren und trainieren.

Tape*

Mit dem Begriff „Tappen“ oder „funktionelle Verbandtechnik“ werden Verbände beschrieben, die durch Teilimmobilisierung von Gelenken helfen, gewünschte Bewegungen auszuführen und andere (schmerzhafte) Bewegungen zu vermeiden. Der Begriff leitet sich vom amerikanischen Begriff „Tape“ für Verbandpflaster ab. Vor allem bei Prellungen und Verstauchungen von Gelenken sowie bei Muskelzerrungen unterstützt ein Tape-Verband die Schonung des betroffenen Körperteils.

Triggerpunktbehandlungen

Die Triggerpunkttherapie, ebenfalls ein Spezialgebiet der Manuellen Therapie, hat das Ziel der Eliminierung sogenannter myofaszialer Triggerpunkte (Knoten). Das sind lokal begrenzte Verhärtungen in der skelettalen Muskulatur, die lokal druckempfindlich sind und von denen übertragene Schmerzen ausgehen können.

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© inmotio Therapiezentrum Plauen

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